Ob Wechsel der Kfz-Versicherung, Anmeldung eines Neuwagens oder Suche nach passenden Autoreifen: Online-Portale fragen häufig nach einer kryptischen Kombination von Zahlen und Buchstaben, der sogenannten HSN/TSN. Doch wofür stehen die Abkürzungen – und wo sind die Nummern für normale Autofahrer überhaupt zu finden?

Was nach reiner Bürokratie aussieht, erweist sich als unverzichtbarer „Schlüssel“ zum eigenen Auto. Denn die sogenannten HSN (Herstellerschlüsselnummer) und TSN (Typschlüsselnummer) dienen dazu, den Fahrzeugtyp anhand von Hersteller, Modell und weiteren technischen Merkmalen eindeutig zu bestimmen.

Warum HSN/TSN beim eigenen Auto kein Geheimnis sind

Viele Autofahrer sind zunächst skeptisch, wenn sie nach HSN oder TSN gefragt werden, um keine unnötigen und möglicherweise privaten Daten preiszugeben. Diese Sorgen sind allerdings völlig unberechtigt: HSN/TSN sind, anders als die sogenannte Fahrzeugidentifizierungsnummer (FIN), keine einzigartigen Nummern, sondern standardisierte Schlüssel, die einen Fahrzeugtyp beschreiben.

HSN/TSN sind also keine geheimen Zahlencodes, sondern beschreiben schlichtweg den Hersteller, das genaue Modell sowie die Motorisierung eines Fahrzeugs. Diese Schlüsselnummern werden deshalb im Alltag genutzt, um die passende Kfz-Versicherung zu berechnen oder die richtigen Ersatzteile zu finden. Das schützt vor möglichen Fehlkäufen, etwa falschen Rad-Reifengrößen.

HSN: Aufbau und Funktion der Herstellerschlüsselnummer

Die Herstellerschlüsselnummer (HSN) besteht aus einem vierstelligen numerischen Code. Dieser Code ordnet das Fahrzeug dem jeweiligen Automobilhersteller zu. Die großen Fahrzeugmarken besitzen allerdings oft mehrere dieser Nummern, um verschiedene Produktionssparten oder Tochtergesellschaften abzubilden.

Die gängigsten Herstellerschlüsselnummern (HSN) für Mercedes-Benz lauten beispielsweise 1313 und 0999, allerdings sind auch 0708, 0709, 0710 oder bei sehr alten Modellen 0009 möglich. Die Zuweisung dieser Kennziffern erfolgt zentral durch das Kraftfahrt-Bundesamt, kurz KBA. Durch die HSN wird sichergestellt, dass keine Verwechslungen bezüglich der Marke entstehen.

TSN: Typschlüsselnummer als Detailkennung des Fahrzeugs

Während die HSN also den Hersteller festlegt, differenziert die Typschlüsselnummer (TSN) das genaue Fahrzeugmodell: Dieser Code gibt detailliert Auskunft über Karosserieform, Motorisierung, Hubraum, Kraftstoffart sowie die Leistung. Bei Fahrzeugen mit aktuellen Zulassungspapieren kann die TSN aus bis zu acht Zeichen bestehen, üblicherweise aus drei Buchstaben und fünf Ziffern.

Bei den meisten Abfragen in bekannten Online-Shops für Ersatzteile oder beim Wechsel der Kfz-Versicherung reichen die ersten drei Stellen aus. Seit Oktober 2005 handelt es sich in der Regel um drei Buchstaben, die für die Modellreihe des jeweiligen Fahrzeugs stehen. Erst die darauffolgenden fünf Ziffern zeigen genauere Details zum Auto, unter anderem Motor, Karosserie und Kraftstoff.

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HSN/TSN finden: Wo steht’s in den Fahrzeugpapieren?

Die Schlüsselnummern HSN/TSN lassen sich am einfachsten über die Zulassungsbescheinigung Teil I finden, umgangssprachlich auch als Fahrzeugschein bezeichnet. In allen Dokumenten, die seit Oktober 2005 ausgestellt wurden, befindet sich die vierstellige HSN im Feld 2.1. Direkt daneben, im Feld 2.2, ist die TSN eingetragen.

In älteren Fahrzeugscheinen, die vor Oktober 2005 ausgestellt sind, stehen TSN/HSN in den Feldern 2 und 3. Auch in der Zulassungsbescheinigung Teil II (früher Fahrzeugbrief) sind beide Nummern vermerkt. Wer allerdings weder Fahrzeugschein noch Fahrzeugbrief zur Hand hat, kann HSN/TSN auch über andere Wege herausfinden.

HSN und TSN lassen sich bei vielen Fahrzeugen auch über das Typenschild ermitteln, das meist im Motorraum oder im Türrahmen der Fahrerseite angebracht ist. Auf diesem Schild steht die sogenannte EG-Typengenehmigungsnummer, mit der sich HSN/TSN im Internet herausfinden lassen. Alternativ hilft das sogenannte CoC-Papier, auch EG-Übereinstimmungsbescheinigung.

Fazit: HSN und TSN sind ein praktisches Hilfsmittel

Die Schlüsselnummern HSN und TSN sind im Alltag eine enorme Hilfe, um auf Anhieb passende Ersatzteile zu finden und teure Fehlkäufe zu vermeiden. Ein wesentlicher Vorteil liegt in der Zeitersparnis: Statt sämtliche Details zu Motorisierung, Leistung und Modellvariante mühsam per Hand eingeben zu müssen, reicht die kurze Eingabe der beiden Nummern völlig aus.

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Die häufig gestellten Fragen (FAQ) zu HSN/TSN

Was bedeutet die Abkürzung HSN/TSN?

HSN steht für „Herstellerschlüsselnummer“ und identifiziert den Hersteller des jeweiligen Autos, während TSN die Abkürzung für „Typschlüsselnummer“ ist und das genaue Fahrzeugmodell sowie dessen Motorisierung beschreibt.

Wo genau stehen HSN und TSN im Fahrzeugschein?

In der neuen Zulassungsbescheinigung Teil I befindet sich die HSN gut sichtbar im Feld 2.1 und die TSN direkt daneben im Feld 2.2.

Wie viele Stellen werden von der TSN im Normalfall benötigt?

Obwohl das Feld 2.2 acht Stellen umfasst, sind für Versicherungsvergleiche und Ersatzteilbestellungen in der Regel nur die ersten drei Zeichen relevant.

Warum benötigt die Kfz-Versicherung diese Nummern?

Versicherer nutzen HSN und TSN, um den versicherten Fahrzeugtyp eindeutig zu bestimmen. Das ist unter anderem für die Ermittlung der Typklasse und die Berechnung des Versicherungsbeitrags relevant.

Lassen sich Ersatzteile auch ohne HSN und TSN finden?

Ja, denn eine Suche ist alternativ auch über die 17-stellige Fahrzeugidentifizierungsnummer (FIN) möglich. Die kürzeren Schlüsselnummern bieten allerdings meist den schnellsten und unkompliziertesten Weg in gängigen Suchmasken.

Sönke Brederlow, Baujahr 1991, ist Automobiljournalist, Rennfahrer und Fahrzeugingenieur. Der Kölner arbeitet als freiberuflicher Texter mit klarem Blick für Technik und Performance und bringt seine Expertise direkt von der Rennstrecke in die Redaktion. Sein Bachelorabschluss in Fahrzeugtechnik sorgt für analytische Tiefe und fachliche Präzision.

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