Der Peugeot 207 gehört zu den beliebtesten Modellen des französischen Automobilherstellers. Kein Wunder, dass es auf dem Gebrauchtwagenmarkt zahlreiche Fahrzeuge im Angebot gibt. Doch was taugt der französische Kleinwagen? Welche Schwächen und Probleme hat er? Und wann lohnt es sich noch, den Peugeot 207 zu kaufen? Unser Test gibt Antworten auf diese Fragen. Der Peugeot 207 im Gebrauchtwagen-Check.

Der kleine Peugeot 207 wird geliebt – vor allem von den Frauen. Mit seinem charmanten Design konnte er schon damals überzeugen und daran hat sich bis heute nichts geändert. Der Franzose wurde von 2006 bis 2015 (zuletzt nur als Cabrio) verkauft, dann wurde er endgültig vom Peugeot 208 abgelöst, der schon ab April 2012 als Nachfolger erhältlich war. Der Peugeot 207 ist ein perfektes Auto für den täglichen Weg zur Arbeit und im Stadtverkehr, allerdings muss man ihm einige Schwächen verzeihen.

Autofahrer haben die Wahl zwischen einem Drei- und Fünftürer mit Schrägheck sowie der Kombi-Variante 207 SW und dem Cabrio CC mit Blechklappdach. Ebenso groß ist die Auswahl bei den Motoren: Anfangs standen fünf verschiedene Antriebe zur Verfügung, nämlich ein 1,4-Liter-Benziner mit 73 PS bzw. 88 PS, der größere 1,6-Liter-Benziner mit 109 PS sowie der 1,6er-Turbomotor mit 150 PS.

Bei den Dieselmotoren gab es zunächst nur den 1.6 HDi, wahlweise mit 90 oder 109 PS. Später folgten weitere Motoren, darunter ein 1,4-Liter-Benziner mit 95 PS und ein 1,6-Liter-Benziner mit 120 PS. Die Dieselmotoren wurden ab 2009 mit einem kleineren 1.4 HDi mit knapp 70 PS ergänzt. Das Topmodell war der Peugeot 207 RC, der ab Mai 2007 angeboten wurde und dessen 1,6-Liter-Turbomotor bis zu 175 PS auf den Asphalt bringt.

Probleme & Schwachstellen des Peugeot 207

Unter dem hübschen Blechkleid des 207 steckt jedoch anfällige Technik. Der Kleinwagen teilt sich eine technische Plattform mit dem Citroën C3. Autobesitzer müssen dem charmanten Franzosen einige Schwächen abnehmen. Die typischen Probleme des Peugeot 207 im Überblick.

Solides Fahrwerk mit Problemzonen

Das Fahrwerk des 207 macht grundsätzlich wenig Ärger. Insbesondere im höheren Alter, in dem die meisten Gebrauchtwagen mittlerweile angekommen sind, nehmen die Schwierigkeiten zu. Ab dem elften Jahr fallen die Federn und Stoßdämpfer bei der Hauptuntersuchung auf. Die Lenkung macht schon einige Jahre früher die ersten Probleme. Immerhin Rost scheint bisher kein großes Thema zu sein.

Zu den größten Schwachstellen des Peugeot 207 gehören allerdings die Bremsen. Die Bremsscheiben sind ohne Schutz verbaut, was sich mit zunehmendem Alter bemerkbar macht. Es kommt zum erhöhten Verschleiß, der auch Auswirkungen auf die Funktion der Fußbremse hat. Die gute Nachricht: Bremsleitungen, Handbremse & Co. sind in den meisten Fällen mängelfrei.

Elektrik als größte Schwäche

Im Bereich der Elektronik häufen sich die Probleme des Peugeot 207. Es beginnt bei der Beleuchtung: Sowohl Rückleuchten als auch Blinker und Abblendlicht fallen laut TÜV-Report mit erheblichen Schwächen auf. Hinzu kommen Mängel, wie defekte Fensterheber und schwache Starterbatterien.

Beim Cabrio gibt es Schwierigkeiten mit dem Verdeck, und zwar nicht nur auf elektrischer Seite, sondern auch bei der Mechanik. Betroffen sind vor allem die Modelle von 2012.

Antrieb: Viele Mängel am Motor

Der Motor des Peugeot 207 fällt mit zahlreichen Mängeln auf, angefangen beim übermäßigen Ölverlust über Schwierigkeiten bei der Abgasuntersuchung bis zum rostigen Auspuff und gebrochenen Flexrohren. Der ADAC meldet zahlreiche Einsätze: Zu den häufigsten Pannenursachen gehören Anlasser (2006), Antriebsriemen (2006) und der Kühlmitteltemperatursensor (2008). Auch defekte Kraftstoffpumpen sind häufig.

Beim 1,6-Liter-Dieselmotor wird von zahlreichen Schäden am Turbolader berichtet. Die Zündung bereitet allgemeine Schwierigkeiten, egal ob an der Zündspule oder den Zündkerzen. Der Zylinderkopf ist bei Modellen aus 2007 gefährdet, der Zahnriemen sorgt bei Fahrzeugen mit Baujahr 2011 für Probleme.

Beim 1.6 THP ist eine Steuerkette verbaut, die allerdings auch Schwierigkeiten macht, genauer gesagt der hydraulische Kettenspanner. Darunter leidet die Vorspannung der Kette, was sich durch ein hörbares Rasseln erkennen lässt. Das führt zum erhöhten Verschleiß, der einen Riss der Steuerkette möglich macht. Und das endet im kapitalen Motorschaden.

Die wichtigsten Rückrufe des Peugeot 207

Auch von Rückrufen war der Peugeot 207 schon betroffen. Zu den wichtigsten Aktion gehören defekte Kühlwassertemperaturfühler beim 1.6 THP 16V und ein möglicher Kabelbruch des Batteriemassekabels zwischen Batterie und Getriebe bei diversen Modellen. Bei einigen Fahrzeugen konnten die hinteren Bremsleitungen wegen einer falschen Befestigung an den Radaufhängungen scheuern. Hinzu kommen Rückrufe am Steuergerät für die Elektrik und eine Lichtmaschinen-Fehlfunktion bei Modellen mit Benzinmotor.

Peugeot 207 als idealer Stadtflitzer

Der kleine Franzose wird nicht nur wegen seiner Optik geliebt, die in zwei Varianten zur Auswahl steht: Die Designlinien ‚Tendance‘ und ‚Filou‘ lassen den Kleinwagen freundlich erscheinen, während die Linien ‚Sport‘ und ‚Platinum‘ mit etwas Aggressivität daherkommen. Alle Varianten überzeugen allerdings mit einem Höchstmaß an Alltagstauglichkeit.

Schon die Basisversion ‚Filou‘ überzeugt mit ABS, vier Airbags sowie elektrischen Fensterhebern. Zentralverriegelung per Fernbedienung und elektrische Servolenkung gehören ebenfalls dazu. Eine Stufe höher, ab der ‚Tendance‘-Version, sind auch Kopfairbags und eine Klimaanlage an Bord. Das ESP gehört nur bei den größeren Modellen zur Serienausstattung.

Weiteres Manko: Den größten Komfort dürfen Autobesitzer nicht erwarten. Das Platzangebot ist beschränkt, insbesondere für die Fondpassagiere. Die Sitze sind auf Dauer unbequem und das Fahrwerk ist hart abgestimmt, was die Insassen kräftig durchschüttelt. Kurzum: Der Peugeot 207 ist ein ideales Auto für den Stadtverkehr, den täglichen Weg zur Arbeit, aber nicht für die Fahrt in den Urlaub.

Stärken
  • sparsame Motoren
  • günstige Preise
  • hohe Alltagstauglichkeit
  • modernes Design
Schwächen
  • schlechter Komfort
  • geringes Platzangebot
  • viele Probleme
  • mittelmäßige Qualität

Was kostet der Peugeot 207?

Der Preis für einen gebrauchten Peugeot 207 ist ein gutes Kaufargument. Gute Modelle gibt es schon für unter 5.000 Euro. Nur seltene Editionen, mit geringer Laufleistung und reichhaltiger Ausstattung, kosten mehr als 10.000 Euro. Ob es das jedoch wert ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden – denn es ist nicht verkehrt, etwas Geld für notwendige Reparaturen in der Hinterhand zu halten. Dort kommen die meisten Autobesitzer nicht herum.

Fazit zum Peugeot 207

Der Peugeot 207 ist ein kultiger Kleinwagen mit französischem Charme, der vor allem mit seinem liebevollen Design begeistert. Er eignet sich praktisch für den täglichen Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen. Einen hohen Komfort sollten Autofahrer allerdings nicht erwarten, zudem fällt der Peugeot 207 mit zahlreichen Problemen und Schwachstellen auf. Mit Pflege, regelmäßiger Wartung und dem Bewusstsein, mitunter etwas Geld zu investieren, kann dennoch eine gute Beziehung entstehen.

Unsere Bewertung für den Peugeot 207

Design ★★★★☆
Komfort ★★☆☆☆
Antrieb ★★★☆☆
Probleme ★☆☆☆☆
Kosten ★★★★☆

Gesamtbewertung ★★☆☆☆

Sönke Brederlow ist Rennfahrer, Journalist und Fahrzeugingenieur. Der 32-Jährige arbeitet als freiberuflicher Texter und ist als aktiver Rennfahrer und Fahrercoach tätig. Er hat ein abgeschlossenes Bachelorstudium der Fahrzeugtechnik, was bei der täglichen Arbeit hilfreich ist.

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