Jeder Autofahrer fürchtet das stumme Klicken beim Zündversuch. Und das nicht ohne Grund, denn die klassische Starterbatterie ist laut ADAC seit Jahren der unangefochtene Spitzenreiter bei den Pannenursachen. Doch dieser Frust könnte bald Geschichte sein – dank einer neuartigen Natrium-Ionen-Batterie, die ihren über 100 Jahre alten Blei-Vorgänger endgültig in Rente schicken könnte.
Wie das Portal heise.de berichtet, hat das chinesische Unternehmen Xupai die neue Batterie auf Natrium-Ionen-Basis entwickelt, die deutlich standfester sein soll und den traditionellen Blei-Säure-Akku langfristig ersetzen könnte. Denn die klassische Autobatterie wird aufgrund ihres günstigen Preises selbst in hochmodernen Elektrofahrzeugen für den Niederspannungsstromkreis genutzt.
Xupai will das nun ändern und rüstet die Elektroautos der Marke Arcfox bereits ab Werk mit den neuen Natrium-Ionen-Speichern aus. Die sogenannten Auxiliary-Batterien sind für die zuverlässige Versorgung von Assistenzsystemen, Infotainment und Bordelektronik zuständig.
Natrium-Ionen-Batterie mit technischer Überlegenheit
Im Vergleich zur seit den 1880er-Jahren genutzten Blei-Technik lesen sich die Spezifikationen der neuen Natrium-Batterien geradezu revolutionär. Xupai bietet die Technik in verschiedenen Spannungsbereichen von 12 bis 28 Volt an, die alle massive Vorteile mit sich bringen sollen:
- extreme Lebensdauer: Während klassische AGM- oder EFB-Akkus oft nur 200 bis 400 tiefe Entladezyklen überleben, gibt Xupai für seine 12-Volt-Variante über 3.000 Zyklen an. Spezielle Start-Stopp-Batterien sollen sogar bis zu 180.000 Zyklen aushalten.
- deutliche Gewichtsersparnis: Die neuen Natrium-Ionen-Akkus wiegen bei vergleichbarer Leistung rund 55 Prozent weniger als herkömmliche Blei-Säure-Batterien.
- hohe Energiedichte: Mit 80 bis 110 Wattstunden pro Kilogramm (Wh/kg) übertreffen sie die mageren 30 bis 40 Wh/kg von Blei-Akkus um das Zwei- bis Dreifache.
- hohe Temperaturtoleranz: Die Technologie soll selbst bei extremen Temperaturen zwischen −40 °C und +60 °C, wo klassische Batterien schnell schlapp machen, zuverlässig arbeiten.
Natrium-Ionen-Batterie bringt mehr Sicherheit an Bord
Neben der reinen Leistungsfähigkeit punktet die Natrium-Ionen-Technik auch bei der Sicherheit: Im Gegensatz zu Bleibatterien entfallen Gefahren durch ätzende Schwefelsäure, Korrosion oder gar explosives Knallgas bei Überladung komplett. Zudem ist die Brandgefahr (das thermische Durchgehen) deutlich geringer als bei typischen Lithium-Ionen-Akkus.

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Die Batterien von Xupai sind mit einem intelligenten Batterie-Management-System (kurz BMS) ausgestattet, das bei Kurzschlüssen kontrolliert abschaltet. Praktisch für Endverbraucher: Die Gehäuse entsprechen den bekannten Standardmaßen und lassen sich per „Plug-and-play“ verbauen, ohne dass die Fahrzeugelektrik umgerüstet werden muss.
Blick in die Zukunft: Das Ende der klassischen Bleibatterie?
Die Entwicklung der neuen Technik beschränkt sich nicht nur auf das Bordnetz: BAIC plant bereits den Einsatz von Natrium-Ionen-Traktionsbatterien (für den eigentlichen Fahrzeugantrieb), die sich in nur elf Minuten aufladen lassen sollen. Auch der Branchenriese CATL hat bereits einen solchen Akku für ein Großserienmodell vorgestellt.
Und sogar der europäische Markt rüstet sich für den Wandel: Große Zulieferer wie Clarios und die Camel Group arbeiten mit Hochdruck an 12-Volt-Natrium-Lösungen für heimische Autobauer. Für freie Werkstätten wird dies in den kommenden Jahren eine deutliche Umstellung bedeuten: Der lukrative, regelmäßige Austausch von defekten Blei-Akkus wird schrumpfen.
Stattdessen müssen Mechaniker in neue Diagnose- und Ladegeräte investieren. Experten gehen davon aus, dass bis spätestens 2035 mehr als die Hälfte aller Neuwagen mit Natrium-Ionen-Niedervoltbatterien ausgestattet sein werden. Beim Gebrauchtwagen wird die gute alte Bleibatterie aufgrund ihres unschlagbar günstigen Preises aber wohl noch eine Weile dominieren …

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