Volkswagen-Besitzer aufgepasst: Ein massiver technischer Rückruf beschäftigt aktuell die Werkstätten des Konzerns. Weltweit müssen über 2,1 Millionen Fahrzeuge – darunter allein eine knappe Million in Deutschland – außerplanmäßig auf die Hebebühne. Der Auslöser für diese gigantische Serviceaktion ist ein Bauteil, das so unscheinbar wie sicherheitsrelevant ist.

Warum der aktuelle Mega-Rückruf bei Volkswagen? Eine fehleranfällige Verschraubung am Lenkgetriebe kann durch äußere Einflüsse derart stark rosten, dass sie im schlimmsten Fall einfach abreißt. Ein plötzlicher Verlust der Lenkkontrolle wäre die hochgefährliche Konsequenz.

VW-Rückruf: So kann es zum Ausfall der Lenkung kommen

Das Lenkgetriebe sitzt tief im Motorraum und ist permanent äußeren Einflüssen ausgesetzt. Genau hier liegt die Wurzel des aktuellen Problems: Über Jahre hinweg prasseln Spritzwasser, Straßenschmutz und im Winter vor allem aggressives Streusalz auf die Bauteile ein.

  • Korrosion an der Schwachstelle: Bei den betroffenen Modellen hat sich gezeigt, dass eine spezifische Befestigungsschraube der Lenkung diesem Dauerfeuer auf Dauer nicht immer standhält. Sie beginnt unbemerkt zu rosten.
  • Das Worst-Case-Szenario: Gibt das Material nach und die Schraube bricht, verliert das Lenkgetriebe seinen sicheren Halt. Das Fahrzeug lässt sich dann nicht mehr zielgerichtet steuern, was das Unfallrisiko drastisch in die Höhe schnellen lässt.

Bisher gibt es eine vorsichtige Entwarnung: Es sind aktuell keine konkreten Unfälle, Sach- oder gar Personenschäden bekannt, die zweifelsfrei auf diesen Mangel zurückzuführen sind. Der Rückruf ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, um genau das auch in Zukunft zu verhindern.

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Mega-Rückruf bei Volkswagen und Audi gilt für diese Modelle

Dieser Rückruf trifft den Kern der VW-Modellpalette: Vom kompakten Alltagsauto bis hin zur beliebten Familienkutsche sind zahlreiche Bestseller betroffen, die täglich auf unseren Straßen millionenfach unterwegs sind. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) überwacht den Vorgang.

MarkeBetroffene ModellreihenBauzeitraumHersteller-CodeKBA-Referenz
AudiQ331.10.2017 – 23.05.202448 LG17014R
VolkswagenGolf, Golf Variant, Tiguan, Touran, Caddy24.09.2013 – 01.07.202448 VS17016R

Besonders auffällig ist hierbei der extrem lange Produktionszeitraum bei Volkswagen, denn es sind sogar Modell mit Baujahr ab 2013 betroffen. Fahrzeuge, die über ein ganzes Jahrzehnt hinweg gebaut wurden, müssen nun von den Vertragswerkstätten überprüft werden. Ob das eigene Fahrzeug betroffen ist, lässt sich in der Rückrufdatenbank des KBA herausfinden.

Das passiert beim Termin in der Vertragswerkstatt

Für die betroffenen Fahrzeughalter bedeutet der Rückruf zwar einen gewissen zeitlichen Aufwand, jedoch keinerlei finanzielle Belastung. Die mechanische Lösung des aktuellen Problems mit der Lenkung bei Volkswagen bzw. Audi ist technisch vergleichsweise unkompliziert und schnell erledigt.

  • Austausch der Schraube: In der Werkstatt wird die anfällige Verschraubung auf erste Rostansätze überprüft. Unabhängig vom tatsächlichen Verschleißzustand wird die alte Schraube gegen eine neu konzipierte, widerstandsfähigere Variante ausgetauscht.
  • keine Kosten: Da es sich um einen offiziellen, vom KBA überwachten Sicherheitsrückruf handelt, übernehmen Audi und Volkswagen die kompletten Kosten für das Material und die Arbeitszeit. Autobesitzer sollten deshalb nicht zögern, einen Termin zu vereinbaren.
  • überschaubare Dauer: In der Regel ist der reine Eingriff in deutlich unter einer Stunde erledigt. In vielen Fällen können Autobesitzer bei einer Tasse Kaffee direkt im Autohaus auf das kontrollierte und auf neuesten Stand gebrachte Fahrzeug warten.
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Volkswagen-Rückruf: Was sollten Autofahrer jetzt tun?

Wer einen Golf, Tiguan, Touran, Caddy oder einen Audi Q3 aus den genannten Baujahren fährt, sollte jetzt folgende Punkte beachten, um auf der sicheren Seite zu sein:

  1. auf offizielle Post warten: Autobesitzer müssen nicht sofort proaktiv beim Händler anrufen. Bei sicherheitsrelevanten Rückrufen werden die aktuellen Halteradressen ermittelt. Sie erhalten ein offizielles Anschreiben mit der Bitte, zeitnah einen Werkstatttermin zu vereinbaren.
  2. Rückruf nicht ignorieren: das Schreiben ist keinesfalls einfach zu den Akten zu legen. Wer einem überwachten KBA-Rückruf über längere Zeit nicht nachkommt, riskiert im äußersten Fall die behördliche Zwangsstilllegung seines Fahrzeugs, weil die Betriebserlaubnis erlischt.
  3. auf Alarmsignale achten: Sollten bis zum Werkstatttermin ungewöhnliche Geräusche beim Lenken (wie ein metallisches Knacken, Knarzen oder Klackern) wahrnehmbar sein oder das ungute Gefühl bestehen, dass die Lenkung plötzlich schwergängig oder schwammig ist, ist besondere Vorsicht geboten.

Sönke Brederlow, Baujahr 1991, ist Automobiljournalist, Rennfahrer und Fahrzeugingenieur. Der Kölner arbeitet als freiberuflicher Texter mit klarem Blick für Technik und Performance und bringt seine Expertise direkt von der Rennstrecke in die Redaktion. Sein Bachelorabschluss in Fahrzeugtechnik sorgt für analytische Tiefe und fachliche Präzision.

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