Es ist kein Geheimnis, dass der Wohnort eines Fahrzeughalters mittlerweile massive Auswirkungen auf die Kosten seiner Kfz-Versicherung hat. Wie stark diese regionalen Unterschiede ausfallen können, zeigt jetzt eine aktuelle Auswertung auf Basis der neu veröffentlichten Regionalklassen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (kurz GDV) für das kommende Jahr.
Demnach müssen Autofahrer in Metropolen wie Berlin deutlich tiefer in die Tasche greifen als Fahrzeughalter in ländlicheren Gebieten oder kleineren Städten. Die aktuellen Berechnungen, die das Vergleichsportal Verivox aufgestellt hat, zeigen, wie stark die sogenannten Regionalklassen den Versicherungsbeitrag beeinflussen – mitunter sogar in der unmittelbaren Nachbarschaft.
Als Beispiel dient der 45-jährige Fahrer eines VW Golf VIII 2.0 TDI: In der Hauptstadt zahlt der Versicherungsnehmer bis zu 61 Prozent mehr für eine Teilkasko-Police als ein Fahrer mit identischem Profil im ostfriesischen Emden. Auch bei der Vollkaskoversicherung liegt der Preisaufschlag für den Berliner bei 54 Prozent, während die Haftpflichtversicherung um 47 Prozent teurer ausfällt.
Großstadtrisiko treibt Versicherungsprämien in die Höhe
Die Ursache für diese enormen Preisunterschiede liegt in der Systematik der Regionalklassen, die der GDV jährlich auf Grundlage der Schadensbilanzen mehrerer Jahre berechnet. Berlin rangiert sowohl in der Haftpflicht- als auch in der Teilkaskoversicherung in der höchstmöglichen Risikoklasse, während Emden zu den bundesweit günstigsten Einstufungen zählt. (Regionalklassen hier anschauen)

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„In Städten ist die Unfallquote wegen des dichten Verkehrs höher als in dünner besiedelten Regionen. Das führt zu höheren Regionalklassen für die Kfz-Haftpflicht“, erklärt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer bei Verivox. „In Berlin ist zudem die Diebstahlquote hoch, was sich in einer hohen Teilkaskoklasse niederschlägt.“
Massive Unterschiede – sogar direkt an der Stadtgrenze
Die finanziellen Auswirkungen der Regionalklassen machen sich jedoch nicht nur im Vergleich zwischen weit entfernten Bundesländern bemerkbar, sondern auch in der unmittelbaren Nachbarschaft. Ein Blick auf die Stadtgrenze zwischen dem Berliner Ortsteil Nikolassee und der direkt angrenzenden Gemeinde Kleinmachnow in Brandenburg verdeutlicht dies.
Obwohl die Anwohner teils nur durch einen Gartenzaun getrennt sind, wird das Portemonnaie der Großstädter spürbar stärker belastet. Für die Vollkaskoversicherung des oben genannten Musterfahrzeugs werden in Berlin 41 Prozent mehr fällig als in Kleinmachnow. Bei der Teilkasko beträgt die Differenz 39 Prozent, bei der reinen Haftpflichtversicherung sind es 28 Prozent.
Kfz-Versicherung: Ausblick auf die kommende Wechselsaison
Trotz der starken regionalen Schwankungen gibt es für viele Autofahrer eine Entwarnung hinsichtlich der allgemeinen Marktentwicklung. Die Bekanntgabe der Regionalklassen ist traditionell die erste wichtige Neuerung, die Einfluss auf die künftigen Versicherungsprämien hat. In Kürze folgen die neuen Typklassen für die jeweiligen Fahrzeugmodelle, bevor Versicherungsnehmer mit klassischer kalenderjährlicher Laufzeit im Herbst ihre Beitragsrechnungen erhalten.
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Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren drohen in der Breite jedoch weniger drastische Beitragssprünge. „Die meisten Versicherer verzeichnen wieder Gewinne und die Zeiten der starken Preiserhöhungen liegen hinter uns“, sagt Aljoscha Ziller. „In die Wechselsaison gehen die Unternehmen mit ganz unterschiedlichen Strategien. Einige sind nach wie vor kostensensitiv, andere wollen mit günstigen Angeboten Neukunden gewinnen.“
Ein aktiver Vergleich (hier alle Informationen zum Wechsel der Kfz-Versicherung!) kann sich lohnen, denn zwischen durchschnittlichen und sehr günstigen Tarifen liegt aktuell ein Sparpotenzial von rund 33 Prozent. Und das macht sich direkt im Geldbeutel bemerkbar.

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