Die steigenden Spritpreise sind keine Besonderheit mehr. Seit Anfang des Jahres spielen die Preise an der Tankstelle verrückt. Daran haben sich Autofahrer beinahe gewöhnt. Allerdings kommt seit wenigen Tagen eine weitere Neuheit dazu: Diesel ist teurer als Benzin! Wir erklären, warum die Preise für Dieselkraftstoff in die Höhe geschossen sind.

Die Gründe für die steigenden Spritpreise sind mittlerweile bekannt. Seit Anfang des Jahres ist die Preisexplosion an der Tankstelle nicht zu bremsen. Neben der erhöhten CO₂-Steuer sind auch das Ende der Corona-Pandemie (steigende Nachfrage) und der Beginn des Ukraine-Kriegs (sinkendes Angebot) für die gestiegenen Kosten von Rohöl, aus dem Benzin und Diesel hergestellt werden, verantwortlich. Ein Ende ist derzeit nicht in Sicht.

Diesel teurer als Benzin: Warum ist das so?

Jeder Autofahrer weiß: Diesel ist günstiger als Benzin. Das hat sich geändert. Plötzlich ist der Kraftstoff für die Selbstzünder deutlich teurer als das Pendant für Ottomotoren. Auch das hat mit der aktuellen Situation zu tun. Dass der Diesel teurer als Benzin ist, ist auf die gestiegene Nachfrage nach Heizöl zurückzuführen. Zum einen ist der Winter noch nicht vorbei, zum anderen bevorraten sich viele Privathaushalte mit Heizöl, da sie eine weitere Preissteigerung oder gar eine Knappheit befürchten.

Diesel und Heizöl sind chemisch eng miteinander verwandt und entstehen in der Raffinerie im gleichen Prozess. Daher ist es nicht unüblich, dass die Preise für Diesel mit einer erhöhten Nachfrage nach Heizöl steigen. Im Normalfall steigen die Dieselpreise vor dem Winter so, wenn sich Privathaushalte für die kalte Jahreszeit mit Heizöl versorgen. Nun bleibt die Nachfrage unerwartet hoch – und die Preise für Diesel eben auch.


Wann fallen die Spritpreise wieder?

An den Preisen für das Rohöl wird sich in den kommenden Wochen oder Monaten nicht viel ändern. Die OPEC, also die Organisation erdölexportierender Länder, wird die Menge des geförderten Rohöls nicht steigern. Das bedeutet, dass das Angebot weiterhin gering bleibt und die Kosten somit unverändert hoch. Demnach werden die Kraftstoffpreise in naher Zukunft nicht fallen, was Autofahrer weiterhin belastet. Es lohnt sich also, Kraftstoff zu sparen und die gängen Tipps zu beachten.

Allerdings ist es sehr wahrscheinlich, dass der Diesel bald wieder günstiger ist als Benzin. Im Frühjahr, wenn die Nachfrage nach Heizöl sinkt, werden auch die Preise für den Dieselkraftstoff wieder fallen. Dann stellt sich an den Tankstellen das gewohnte Bild ein, zumindest beim Preisunterschied zwischen Diesel und Benzin. Die Spritpreise werden uns auch in Zukunft Sorgen bereiten.

Sönke Brederlow ist Rennfahrer, Journalist und Fahrzeugingenieur. Der 32-Jährige arbeitet als freiberuflicher Texter und ist als aktiver Rennfahrer und Fahrercoach tätig. Er hat ein abgeschlossenes Bachelorstudium der Fahrzeugtechnik, was bei der täglichen Arbeit hilfreich ist.

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